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Boltzmanncup 2009

Selected Article

Nat. Comm 7, 13611 (2016)
Critical exponents and scaling invariance in the absence of a critical point
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Proc. R. Soc. A 472, 2195 (2016)
Thirty per cent contrast in secondary-electron imaging by scanning field-emission microscopy
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Phys. Rev. B 89, 014429 (2014)
Domain-wall free energy in Heisenberg ferromagnets
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Phys. Rev. B 87, 115436 (2013)
Scale invariance of a diodelike tunnel junction
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Gibt es etwas Schöneres als einen Nachmittag lang Fussball zu spielen? Natürlich, aber darum geht es hier nicht, denn es geht um Fussball und es gibt vielleicht Interessanteres als Fussball aber einerseits und andererseits.
Einerseits schossen wir letztes Jahr unser erstes Tor an einem Boltzmann-Cup, worauf wir gleich ein neues Ziel für dieses Jahr definierten: Der Halbfinal! Andererseits: Die Emotionen!

Die Mannschaft wurde dieses Jahr mit Lena und Mirjam verstärkt, womit wir offensichtlich keine Mannschaft mehr waren sondern etwas Besseres. Neu war auch Hugo. Er spielte als Schlussmann. Er trägt einen freundlichen Kinnbart, aber wenn er diesen entschlossen zum ballführenden Gegner hin beschleunigt, dann fürchtet sich dieser schon etwas (der Gegner, aber vielleicht auch der Bart). Die Bälle, welche Hugos Zone des Schreckens trotzdem passieren konnten, wurden meist von Niculin in Empfang genommen. Er hütete das Tor, pragmatisch und entschlossen. Das klingt jetzt sehr cool. Aber in Tat und Wahrheit, brandheisse Gefahr! Die kinetische Energie des Balles zum Beispiel, die musste er ja mit den Handschuhen abführen und umgehend wieder hineinstecken wenn der Ball in Richtung Gegner beschleunigt werden soll. Nur selten musste er sich geschlagen geben, einmal auch von unserem Käpt'n Alessandro. Das war bedenklich, aber wer hat sich schliesslich als einziger in den Hammerschuss der Nummer 10 vom SV Hartmetall gestellt? Genau, unser Käpt'n Alessandro. Das hat einen zünftigen Knall gegeben und dann: unhaltbar für Niculin.
Ich selbst habe mich im Spiel gegen die spanabhebende Truppe unzählige Male um den Spielfluss bemüht, indem ich den Ball von hinter dem Tor und dem Fangnetz zurück schaffte (jetzt rate mal! Richtig: Hammerschüsse von Nummer 10!). Ich habe auch diesen Bericht verfasst. Ich dachte, statt immer nur Berichte lesen, kannst Du auch mal einen schreiben. Zur Zeit lese ich die Berichte von Wolf Haas über die Fälle des Privatdetektiven Brenner, und da sieht man nun auch, wozu hin solche Literatur führen kann. Aber zurück zum Turnier!

Da regnet es gerade Katzen, Bindfäden, Wasser, was du willst, und alle Turnierteilnehmer stehen randbündig unter den Zelten. Alles Gegner aber auch alle im selben Boot sozusagen. Es war gute Stimmung obwohl die Musik kaum zu hören war wegen der Katzen und den Bindfäden. Dann entscheidet die Turnierleitung hart, und vier Teams mussten die schützenden Zelte verlassen. Als die dann nach einer Viertelstunde fröhlich und vor Wasser triefend zurück kamen, war da nur noch ein milder Regen und auch wir schleppten unsere starren Beine zurück auf's Feld.

Ausser dem Spiel gegen Hartmetall (1:1) habe wir alle Gruppenspiele gewonnen. Ja, aber Gewinnen kann man nur, wenn man Tore schiesst, und dafür hatten wir Stürmer. Auf der rechten Seite hatten wir Lena, die Ganzjahressportlerin aus Finnland, und Mirjam, die zu Hause unter fünf Paar Fussballschuhen auslesen konnte. Sie kümmerten sich hartnäckig um ihren Raum vor dem gegnerischen Tor. Sie emerdierten die Verteidigung, erspielten sich Abschlussmöglichkeiten, und bedienten unsere Torjäger in der Mitte und auf Links. Richtig im Spielrausch die beiden, aber wie bei Frauen üblich, sehr geerdet! Ein Stürmer, der von der Arbeit der beiden Damen profitierte, war zum Beispiel der Andreas, den wir von der Gruppe Vaterlaus ausleihen konnten. Es sieht nicht umwerfend dynamisch aus, was er macht, eher wie ein Bauer, der Taiji praktiziert; langsame, runde Bewegungen. Den Ball und die Balance immer unter Kontrolle, den Gegner immer im Rücken, Drehung antäuschen, Drehung in die andere Richtung ausführen - und Schuss. So wurde er unser Torschützenkönig.
Die linke Seitenlinie beherrschte Rams, er war eigentlich unsere Nummer 10 (Hammerschuss und so), aber natürlich viel mehr um den Spielfluss besorgt. Vorne Mitte war Taryl, Amerikaner aus Trinidad und Tobago. Ein sonniges Gemüt aber aufgepasst: taktisch sehr beschlagen. Er band meist mehrere Gegenspieler an sein Wirkungsfeld, womit sich schnell eine Lücke auftat. Mitunter ergab sich durch sein Agieren eine richtige Sperrzone, und diese wurde dann von unseren SpielerInnen getunnelt. Klassische Halbleiterphysik halt. Rams und Taryl haben also ebenfalls Tore geschossen und unsere Besserschaft schaffte es tatsächlich in den Halbfinal. Ziel erreicht, jetzt erst mal ein Bier.

Im Halbfinal aber erwachten wir wie aus einem Traum. Da konnten die beiden Generalisten Lorenzo und Alessandro noch so kämpfen. Sie waren auf dem ganzen Platz anzutreffen. Vorne Druck machen und hinten Feuerwehreinsatz. Und es hat da nicht nur gebrannt, es hat gelodert und gelärmt. Der Gegner, später auch Gewinner des Boltzmann-Cup 09, hatte fast so viele Coaches wie Spieler. Es wurden Anweisungen über das Feld geschrieen und es wurde geflucht, es wurden Strategiepapiere skandiert und Rhythmen vorgepaukt - ich sage euch, fast wie auf der Galeere. Das war dann zuviel für unsere, eher individualistische, Spielanlage. 0:3, aus, fertig, Schluss.

Nein, noch nicht ganz fertig! Das sympathische Team in Blau hat uns zu einem kleinen Final aufgefordert. War natürlich besser als auf der Galeere zuzuschauen. Es wurde ein wirklich tolles Spiel. Der Platz war schon ziemlich tief, aber die Sonne (ebenfalls tief) kam wieder zum Vorschein. Wir hatten ein gutes Gefühl, wähnten uns als Besitzer des Spielplanes, aber dann: die Blauen glichen zum 2:2 aus. Das war auch akustisch gut zu vernehmen, denn die Blauen waren ein sehr grosses Team mit vielen ErsatzspielerInnen im Publikum. Es wurde etwas ruppiger. Mirjam wurde nun richtige geerdet, ich meine physisch; aber alle Knochen ganz und das Lächeln keine Sekunde verloren. Wir warfen nochmals alles nach vorne und plötzlich war wieder Platz da. 3:2 gewonnen, Dritter Rang!

Gibt es etwas schöneres als einen Nachmittag lang Fussball zu spielen?
Natürlich, aber .... (siehe oben).
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, und vielen Dank vor allem an die Organisation des Boltzmann-Cup 2009. Vielleicht nächstes Jahr noch etwas mehr Zeltfläche?

Ich wünsche euch allen einen schönen Sommer!
Thomas
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